Konsumkredit

Bei einem Konsumkredit handelt es sich um einen Kredit von Banken, der zur Finanzierung von Konsumgütern oder Dienstleistungen, die Verbraucher in Anspruch nehmen, verwendet wird. Dabei gibt es für die Konsumenten eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine Anschaffung zu finanzieren, wenn der dafür erforderliche Betrag in Form der angesparten Mittel nicht ausreicht. Eine davon ist der Konsumkredit. In der Regel wird ein solcher Kredit von den Banken als Ratenkredit gewährt, der dann in monatlich deckungsgleichen Raten an die jeweilige Bank zurückgezahlt wird.

Grundsätzlich dient ein Konsumkredit nicht zu gewerblichen Zwecken. Er wird für den privaten Bereich von Kreditinstituten im Rahmen eines Kreditgeschäftes als Bankgeschäft auf der Grundlage des § 1, Abs. 1 Nr. 2 KWG gewährt. Aufgrund der herausragenden Bedeutung eines Konsumkredits für die private Nachfrage und der dadurch entstehenden konjunkturellen Wirkung gibt es seit 1963 eine Meldepflicht der Höhe der gewährten Konsumkredite von den Kreditinstituten an die Bundesbank und seit der Einführung des Euros an die Europäische Zentralbank.

Kreditanlass

Bei anderen Krediten gibt es immer einen eindeutigen Anhaltspunkt. Bei einem Investitionskredit geht es um den Cashflow. Bei einer Immobilienfinanzierung steht die Wertsteigerung und das dabei eingespartes Nutzungsentgelt im Vordergrund. Bei einem Konsumkredit dagegen gibt es keinen eindeutigen Anhaltspunkt, aus dem sich die Rückzahlbarkeit des Kredites aufhängen lässt. Seine Tilgung erfolgt häufig aus dem zukünftigen Einkommen des Kreditnehmers nach Abschluss des Kreditvertrages. Die mit Hilfe eines Konsumkredites finanzierten Güter für den Konsum dienen häufig für den privaten Gebrauch oder Verbrauch. Dabei ist hierbei zwischen Verbrauchsgütern (Brennstoffe, Genussmittel, Nahrungsmittel) und Gebrauchsgütern (Kraftfahrzeuge, Hausrat, Schmuck etc.) zu unterscheiden. Wenn mit einem Konsumkredit Gebrauchsgüter angeschafft werden, kann dies in Form einer Erstanschaffung oder auch einer Ersatzanschaffung erfolgen.

Die Laufzeiten von Konsumkrediten orientieren sich bei den Banken häufig an der Nutzungsdauer der finanzierten Vermögensgegenstände. Sie übersteigen in der Regel nicht 5 Jahre. Die Darlehen werden von den Banken häufig ohne Zweckbindung vergeben, weil es hierbei für die Bank nicht zielführend ist, zu wissen, wofür der Kreditnehmer das Geld verwendet.

Die Kreditbedingungen

Dabei wird bei einem Konsumkredit von den Kreditinstituten bei ihren Kreditbedingungen im Regelfall der Einsatz von Eigenkapital zwischen 10 % und 25 % des Kaufpreises verlangt. Bei Konsumkrediten kommen Vollfinanzierungen durch die Kreditinstitute nur in Ausnahmefällen in Frage. Hierbei wird dann auch durch den Eigenkapitaleinsatz des Kreditnehmers das Kreditrisiko für die Kreditinstitute wesentlich verringert. Der Kreditnehmer dagegen schränkt damit auch sein finanzielles Risiko etwas ein, weil er nicht die volle Kaufsumme der zu finanzierenden Gegenstände zu stemmen hat.

Konsumkredite werden insbesondere bei längeren Laufzeiten von den Kreditinstituten besichert. Hierbei kommen als Kreditsicherheiten die angeschafften Gebrauchsgüter zum Einsatz. Dies erfolgt dann in Form der Sicherungsübereignung (hauptsächlich bei Hausrat) oder durch Sicherungsübereignung von Kraftfahrzeugen oder Grundschulen. Auch fordert das Kreditinstitut in der Regel die Einsicht in die Lohn- und Gehaltsabrechnung.

Die hierbei erforderlichen Beleihungsunterlagen sind in der Regel die Kaufverträge über die gekauften Gegenstände sowie auch Einkommensnachweise durch den Kreditnehmer. Häufig wird ein solcher Konsumkredit sehr streng zweckgebunden gewährt. Die Tilgung erfolgt in der Regel in Form eines Ratenkredites oder auch in endfälliger Form. In seltenen Fällen kommt auch ein Annuitätendarlehen in Frage.

Die Kredithöhe

Die Kredithöhe ist je nach Kreditinstitut unterschiedlich. Es fängt in der Regel bei 500 Euro an und geht bis zu Summen von 50.000 Euro, die eine Laufzeit von 12 bis 84 Monaten haben. Auch gibt es Ausnahmeregelungen, bei denen Beträge bis zu 75.000 Euro und eine Laufzeit von bis zu 120 Monaten möglich sind. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es auch für den Kreditgeber, dass der Kreditnehmer in der Lage ist, die Monatsraten problemlos zu bewältigen. Dabei ist dann eine vom Kreditnehmer durchzuführende Haushaltsrechnung häufig sehr sinnvoll. Dadurch lässt sich am besten die monatliche Tilgungsrate- bzw. –möglichkeit feststellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.