Kreditvermittlung

Wer einen Kredit aufnehmen möchte, dem stehen verschiedene Wege offen dies zu tun. Da wäre zunächst der klassische Antragsweg bei der eigenen Hausbank oder bei einer anderen Fillialbank. Der andere ist der vergleichsweise unkomplizierte Weg bei einer Online-Bank. Mit nur wenigen Mausklicks lassen sich die einzelnen Anbieter und deren Angebote im Internet miteinander vergleichen. Allerdings gibt es da noch eine dritte Möglichkeit, die in der Öffentlichkeit noch nicht so bekannt ist und zwar die Kreditsuche und -vergabe mit Hilfe eines Kreditvermittlers.

Die Kreditvermittlung oder auch Dahrlehensvermittlung geschieht hier durch einen Vermittler, dessen Zulassung in den verschiedenen Ländern unterschiedlich geregelt ist. Als Zulassungsvoraussetzung genügt meist ein Sachkundenachweis, eine ausreichende Haftpflichtversicherung, ein polizeiliches Führungszeugnis sowie die Mitgliedschaft in einer der entsprechenden Verbänden. In Deutschland hingegen bedarf es zunächst einmal die Erlaubnis durch die zuständige Behörde (Gewerbeamt) am Ort des Firmensitzes. Diese erfolgt nach dem § 34c Abs. 1 Nr. 2 der Gewerbeordnung. Diese Erlaubnis wird aber nur erteilt, wenn der jeweilige Antragsteller über die erforderliche Zuverlässigkeit verfügt und entsprechend geordnete Vermögensverhältnisse vorweisen kann. Des Weiteren gelten die gesetzlichen Bestimmungen für Makler sowie einige weitere Sonderbestimmungen. Innerhalb der Europäischen Union ist der rechtliche Rahmen für die Dahrlehensvermittlung an Verbraucher in der Verbraucherkreditrichtlinie 2008/48/EG vom 23.04.2008 gesetzlich fixiert. Diese Vorschrift soll für die nötige Transparenz sorgen und die Vergütung des Kreditvermittlers auf wenige, nachprüfbare Gebührenarten beschränken. Auch soll der Verbraucher hier gegen eine etwaige Übereilung geschützt werden.

Bei einer nachweisbaren arglistigen Täuschung durch den Kreditvermittler kann der Verbraucher sich durch die Anfechtung seiner Willenserklärung nach § 123 BGB wehren. Unter einer Täuschung versteht der Gesetzgeber ein Verhalten, welches objektiv irreführend ist oder einen Irrtum enthält, das entsprechend auf die Vorstellung des Kreditbewerbers einwirkt. Ein Vertragsschluss unter diesen Umständen und die Ausnutzung der geschäftlichen Unerfahrenheit des Verbrauchers kann nach § 138 Abs. 2 BGB als sittenwidrig und nichtig eingestuft werden.

Der Hauptaufgabenbereich eines Kreditvermittlers besteht zunächst einmal in der Vermittlung eines Kredites bei einer deutschen oder ausländischen Bank. Aber im Einzelfall kann die Tätigkeit über das eigentliche vermitteln hinausgehen. So kann ein seriös arbeitender Vermittler den Verbraucher bezüglich der Kreditaufnahme beraten und ihn bei der Zusammenstellung der Antragsunterlagen unterstützen. Die meisten Kreditvermittler erarbeiten sich im Laufe der Jahre eine Anzahl von Kontakten auch zu kleineren und weniger bekannten Banken. Den gerade hier besteht die Möglichkeit weitaus günstigere Konditionen auszuhandeln, als bei den einschlägigen Großbanken. Oft können bei kleineren Banken auch schwierige Fälle behandelt werden. So können hier die Vermittler beispielsweise ungünstige Schufa-Einträge des Kreditnehmers besser erklären, so dass sie bei einer Bonitätsprüfung nicht so stark ins Gewicht fallen als bei einem automatisierten Prozess wie sie bei den Großbanken hinlänglich der Fall sind.

Aber wie trennt man die Spreu vom Weizen unter den Kreditvermittlern? Ein seriöser Vermittler wird immer im Sinne seines Kunden agieren. In der Regel fallen für den Kreditnehmer keinerlei Vermittlungskosten an, da der Vermittler seine Provision von der Bank erhält. Die Webseite eines seriösen Unternehmens verfügt immer über ein Impressum mit Anschrift und weiteren Kontaktmöglichkeiten. Bei einem Testanruf sollte die Firma auch tatsächlich zu erreichen sein. Auch die Angaben hinsichtlich der Kreditsumme, Sollzinsen, Effektivzinsen und Laufzeiten sollten konkret nachvollziehbar sein. Vorsicht ist hingegen bei solchen Unternehmen geboten, die bereits für die Beratung Kosten erheben, ganz gleich ob abschließend ein Vertrag zu Stande kommt oder nicht. Darunter fällt auch die Zusendung der Unterlagen nur per Nachnahme.

Auch jegliche angetragene Form der Finanzsanierung sollte vom Kreditnehmer abgelehnt werden sowie die Bewilligung eines Kredites, die nur mit einem gleichzeitigen Abschluss einer Restschuldversicherung oder einer ähnlich gelagerten Versicherung abhängig gemacht wird. Hier werden nur weitere unnötige Kosten zu Ungunsten des Kreditnehmers generiert. Gleichfalls abzulehnen ist ein unaufgeforderter Hausbesuch (hier werden meist Zusatzkosten fällig) sowie jegliches penetrante Drängen auf eine schnelle Unterzeichnung des Vermittlungsvertrages. Als höchst unseriös gelten auch Versprechen, die eine vorzeitige 100-prozentige Kreditzusage offerieren.

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